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Schritte zur Psychotherapie

Wenn Sie diese Sätze lesen, weil Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Psychotherapie zu beginnen, dann gehören Sie schon zu den Fortgeschrittenen. Denn viele Menschen meiden diese Möglichkeit. Sie ziehen sie nicht einmal in Betracht. Sie denken: "Ich bin doch nicht verrückt!" Sie meinen: seelische Hilfe braucht man nur, wenn man verrückt, wahnsinnig ist: "ein Fall für die Psychiatrie", wie man es im Volks-mund ausdrückt. Sie glauben, sie sind dann kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr, bei anderen (Kollegen, Freunden) "unten durch". Psychotherapie in Anspruch zu nehmen bedeutet noch oft eine Abwertung der eigenen Person, es ist mit Scham verbunden. Wenn man "so etwas" macht, dann am besten heimlich: niemand soll davon wissen. Diese Einstellungen sind noch weit verbreitet. Sie verhindern, dass viele Menschen in seelischer Not ihre Situation erkennen, Hilfe annehmen und dadurch Kraftreserven aktivieren können. Wer dieses Hindernis erkennt, hat bereits einen großen Schritt hin zur Psychotherapie gemacht.

Aber es gibt noch weitere Hindernisse: Na gut, wer wirklich große Probleme hat, für den mag das gut sein. Aber ICH ? Brauche ICH das eigentlich ? Sie denken das eine Mal: "Vielleicht würde mir das weiterhelfen". Und dann wieder: "Nein, ich brauch das nicht!" Wenn Sie so denken, dann sind Sie zwiespältig: einmal so, dann wieder das Gegenteil, einmal Ja, dann wieder Nein, hin und her. Hier können Sie beruhigt sein: Das ist ein normaler Zustand, wenn man etwas Neues, etwas Unbekanntes vorhat. Vielen geht es so: wir haben eine Scheu vor einer neuen Situation, wir fürchten uns vor dem, was wir noch nicht kennen. Es fallen uns dann viele kluge Argumente dagegen ein: "Ich habe ja gar keine Zeit dafür", "Das kann ich mir sowieso nicht leisten", "Wer weiß, ob es überhaupt etwas bringt". Wer dieses negative Hin-und-her-Denken als das erkennt, was es ist - eine Scheu vor dem Neuen und Unbekannten - dem ist wieder ein wichtiger Schritt hin zur Psychotherapie gelungen.

Es gibt eine große Hilfe für die Überwindung dieses zwiespältigen Denkens: Informationen sammeln. Ein guter Weg, diese Informationen zu erhalten, ist ein erstes Gespräch mit einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. Diese Gespräch ist unverbindlich: es verpflichtet Sie nicht, eine Psychotherapie zu machen. Sie können alles fragen, was Sie wissen wollen: Wie viel kostet Psychotherapie? Wie lange dauert sie? Wird sie mir helfen? usw. Sie können erzählen, was sie beschäftigt und belastet. Und dann wieder gehen. Um nie wieder zu kommen. Oder um darüber nachzudenken, was Sie erfahren haben. Sie müssen die Entscheidung, eine Psychotherapie zu machen, nicht sofort treffen.

Diese Erstgespräch bringt Ihnen auf jeden Fall neue Erfahrungen. Sie können ausprobieren, wie das ist: mit einem Psychotherapeuten sprechen. Ob Sie sich wohl fühlen. Ob es ihnen unangenehm ist, etwas über sich selber zu sagen. Ob Sie sich vorstellen können , der Psychotherapeutin oder dem Psychotherapeuten zu vertrauen. Das Erstgespräch bringt sie wieder einen Schritt näher zu einer Entscheidung, ob Sie eine Psychotherapie machen oder nicht. Sie können das Erstgespräch auch nutzen, um diese Frage, diesen Zwiespalt zu klären.

Wenn Sie diesen Schritt machen wollen, können Ihnen die folgenden Informationen vielleicht helfen: